Qualitätsoffensive Lehrerbildung - Professionalisierungsbereich Digitale Medien

 

Mit der gemeinsam gestalteten „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ haben Bund und Länder einen bedeutsamen Beitrag für die Lehrerbildung in Deutschland geleistet. Mit einer Fördersumme von circa 500 Mio. Euro unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgewählte Hochschulen dabei, die Umsetzung der Lehrerbildung nachhaltig zu verbessern. In der ersten Förderphase wurden 49 Projekte umgesetzt, an denen 59 Hochschulen mitwirkten. Im Jahr 2019 startete die zweite Förderphase mit 48 Projekten und 58 Hochschulen in allen Bundesländern und läuft bis Ende 2023.

Die RWTH Aachen gehört mit ihrem Konzept „Gemeinsam verschieden sein – Lehrerbildung an der RWTH Aachen“ zu den drei Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen, deren Projekte weiter gefördert werden. Im Rahmen einer intensiven Stärken-Schwächen-Analyse wurde in einem kooperativen, breit aufgestellten Diskussionsprozess herausgearbeitet, welche zentrale Herausforderungen in der Lehrerbildung zu bewältigen sind. Mit dem Konzept „Gemeinsam verschieden sein“ werden die drei Dimensionen „Heterogenität in Bildungs- und Professionalisierungsprozessen“, „Stärkung des Praxisbezugs und der Professionalisierung“ sowie „Supportstrukturen für die Gesamtheit der Lehrerbildung“ miteinander verknüpft.

Die Auseinandersetzung mit digitalen Medien stellt ein Element im fächerübergreifenden Professionalisierungsbereich des Masterstudiums dar. Im Professionalisierungsbereich „Digitale Medien“ werden verschiedene Angebote für Lehramtsstudierende und Lehrkräfte konzipiert und angeboten. Die Verantwortung für diesen Bereich übernimmt Frau Deborah Hennig vom Institut für Erziehungswissenschaft.

Förderlaufzeit des Projekts „Gemeinsam verschieden sein - Lehrerbildung an der RWTH Aachen“ (LeBiAC): 01.01.2019 bis 30.06.2023.

 

Professionalisierung Digitale Medien

Angesichts der aktuellen technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ist davon auszugehen, dass der Einsatz digitaler Medien im schulischen Kontext immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Dementsprechend ist es notwendig geworden, angehende Lehrkräfte in diesem Bereich zu schulen. Aus diesem Grund werden ergänzend zu den medienbezogenen Lehrveranstaltungen im bildungswissenschaftlichen Studium im Rahmen des fächerübergreifenden Professionalisierungsbereichs entsprechende Lehrangebote zum Medieneinsatz in der Schule gemacht. Im Rahmen dieser Workshops, die an Lehramtsstudierende des Bachelor- und des Masterstudiengangs adressiert sind, werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anhand von praktischen Beispielen und eigenständigen Erprobungen jene Fähigkeiten vermittelt, die für den schulischen Einsatz notwendig sind. Die Förderung medienpädagogischer und mediendidaktischer Kompetenzen stehen dabei im Einklang. Hier finden Sie das aktuelle Programm für die Workshops im Wintersemester 2019/20.

In der zweiten Förderphase, neben den weiterhin bestehenden Workshops, geht es verstärkt auch um die Einbeziehung der Fachdidaktiken und die Entwicklung von Konzepten für digitale Bildung in der Lehrerbildung unter Einbeziehung von Medienbildung, Mediendidaktik und Informatik.

 

Aktivitäten

Mit iPads arbeitende Hände Urheberrecht: RWTH

Fortbildung in Jülich - Einsatz von Tablet-PCs zur praxisorientierten Prävention von Cybermobbing


Am 7. September 2015 waren wir zu Gast am Gymnasium Zitadelle Jülich, um unser Workshop-Konzept zum Thema „Cybermobbing“ vorzustellen. Einzelne Lehrkräfte waren auf unser Projekt aufmerksam geworden und hatten großes Interesse daran, dieses Konzept kennenzulernen und gleichzeitig auch interessierten Schülerinnen und Schülern zu präsentieren. Dahinter steckt die Idee, dass die älteren Schülerinnen und Schüler im Sinne eines Peer-to-Peer-Ansatzes zukünftig Workshops zum Thema „Cybermobbing“ mit jüngeren Schülerinnen und Schülern durchführen.
Unsere Aufgabe bestand diesmal also nicht darin, einen Projekttag zu begleiten, der von Lehramtsstudierenden durchgeführt wird. Vielmehr mussten wir nun im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung - Professionalisierungsbereich Digitale Medien“ selbst als Workshopleiter agieren. Dabei haben wir aber nicht einfach die verschiedenen Übungen durchgeführt, sondern stets auch thematisiert, warum welche Übung angewendet wird und welches Lernziel damit verbunden ist. Auf diese Weise lernten die Lehrenden und Schülervertreter des Gymnasiums Zitadelle Jülich nicht nur verschiedene Übungen und Methoden kennen, sondern erhielten auch gleichsam noch einen Einblick in die methodische Planung.
Besonders spannend war für die Schülerinnen und Schüler die Arbeit mit den Tablets. Sie bestätigten auch abschließend unsere Einschätzung, dass der Einsatz dieses digitalen Lerninstruments zu einer besonderen Aufmerksamkeit aufseiten der Schülerinnen und Schüler führt. Und somit haben wir die berechtigte Hoffnung, dass unser Konzept zukünftig auch in Jülich zum Einsatz kommt.


Social Media im Sozialkunde-/Politikunterricht - Probleme und Möglichkeiten


Die Bundeszentrale für politische Bildung gehört im Bildungsbereich zu den wichtigsten Ansprechpartnern, wenn es um politische Bildung in der Schule geht. Und so verwunderte es nicht, dass die Konferenz Kriege und Konflikte - Schule zwischen medialer Meinungsbildung und dem Anspruch politischer Bildung trotz der überaus sommerlichen Temperaturen auf große Resonanz stieß. Aus dem gesamten Bundesgebiet waren Lehrkräfte und Bildungsreferenten angereist, um sich zu aktuellen Fragestellungen auszutauschen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Heranwachsende im digitalen Zeitalter Informationen über Krisen und Konflikte beschaffen und wie sie die unterschiedlichen Quellen bewerten. Angesichts der Vielzahl an Informationsquellen und dem Vorwurf der Meinungs-Manipulation gegenüber verschiedenen Medien erscheint eine Thematisierung im Unterricht unerlässlich. Es gilt, die Rolle der Medien näher zu betrachten. Allerdings wirft dies die Frage auf, wie dies umgesetzt werden kann. Die KMK/bpb-Kooperationstagung suchte am 12. und 13. September 2016 Antworten auf diese Fragen.
Im Rahmen des Workshops „Social Media im Sozialkund-/Politikunterricht“ konnte ich gemeinsam mit den TeilnehmerInnen erörtern, wie Social Media-Anwendungen wie Twitter, Facebook aber auch YouTube im Unterricht genutzt werden können, um aktuelle Diskurse und Diskurskulturen nachzuvollziehen und einzuordnen. Ein wesentlicher Punkt war hierbei die Frage, ob und inwieweit Heranwachsende dazu motiviert und angeleitet werden können/müssen, sich selbst aktiv an Diskussionen zu aktuellen politischen Konflikten/Themen zu beteiligen.
Im Sinne der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung - Professionalisierungsbereich Digitale Medien“ fand bei der Konferenz in Berlin ein spannender Austausch mit erfahrenen Lehrkräften statt, der auch für weitere Angebote an der RWTH Aachen für unsere Lehramtsstudierende nutzbar gemacht werden kann.

 

Ansprechpartner

Deborah Hennig
RWTH Aachen
Institut für Erziehungswissenschaft
Eilfschornsteinstraße 7
52056 Aachen
Mail: professionalisierung.medien@rwth-aachen.de

Qualitätsoffensive Lehrerbildung an der RWTH Aachen – Professionalisierungsbereich Digitale Medien

  Logo Urheberrecht: BMBF

Das Projekt „LeBiAC - Gemeinsam verschieden sein“ wird im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.