Forschung

 

Forschung sowie Projekte zur innovativen Lehre

BMBF Projekt im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung: Inklusionspädagogische Tutorials

Seit 01.01.19
Leitung: Prof. Dr. Sina-Mareen Köhler
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Meike Penkwitt, Deborah Hennig

Das Projekt Inklusionspädagogische Tutorials wird als Teilprojekt des RWTweiten Projektes LeBiAC (Lehrerbildung Aachen) in der Förderschiene Qualitätsoffensive Lehrerbildung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Inhalt ist die Konzeption und Umsetzung eines elektronischen Lernraumes für die Fachdikdatiker*innen der RWTH Aachen sowie für Studierende der Erziehungswissenschaften, das vielfältige Möglichkeiten einer selbstgesteuerten Auseinandersetzung rund um das Themenfeld In- und Exklusion bietet. Thematisiert werden die komplexen Bedingungen gesellschaftlicher Benachteiligung dabei im Rahmen von einführenden (selbst produzierten) Tutorials, durch Mitschnitte von Gastvorträgen von Expert*innen im Rahmen der Aachener Abendgespräche zur schulischen Inklusion, durch von Studierenden produzierte Erklärvideos, das Einstellen oder auch die Verlinkung im Netz zugänglicher Aufsätzen sowie die Verlinkung weiterer ausgesuchter thematisch passender Netzangebote, wie z.B. Vortragsmitschnitte, Filme und Filmtrailer, Internet-Glossare und Materialsammlungen.

  Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Urheberrecht: BMBF

Das Projekt "Inklusionspädagogische Tutorials" wird im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

 

Studie: Schulleitungspersonen als Element von (inklusiver?) Schulkultur

Seit 01.08.18
Leitung: Dr. Meike Penkwitt, Prof. Dr. Sina-Mareen Köhler
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: (bis 31.12.2018) Yagmur Mengilli M.A. und Jessica Beißel M.A.
Wissenschaftliche Hilfskräfte: Burak Sen und Lena Winkler

Inklusive (Schul-)Kulturen stellen eine Basisbedingung für eine inklusive Schulentwicklung dar. Schulleitungspersonen wird dabei eine maßgebliche Rolle zugesprochen. Die Schulkultur wiederum wird von den vielen am Schulleben beteiligten Akteur*innen in ihrem Mit- und Gegeneinander hervorgebracht. Im Rahmen der explorativen Studie werden ausgehend von leitfadengestützten narrativen Interviews mit Schulleitungspersonen (neben Schulleiter*innen auch didaktische Leiter*innen) mithilfe der dokumentarischen Methode Orientierungsrahmen (Haltungen oder auch Habitus) der Schulleitungspersonen rekonstruiert. Darüber hinaus werden Aspekte von Schulkultur herausgearbeitet, die sich im Interviewmaterial dokumentieren. Gefragt wird zudem nach dem sich im Material dokumentierenden Verständnis von Heterogenität, von Inklusion und der Rolle von Anerkennung und Beziehungen im Schulkontext sowie nach den von den Interviewpersonen formulierten (oder auch sich im Material dokumentierenden) Gelingensbedingungen von Inklusion.
Als wichtiger Punkt zeichnet sich dabei, so erste Ergebnisse, die Konfrontation der Schulleitungspersonen mit Dilemmata ab, die sich aus den widersprüchlichen Anforderungen zwischen einer geforderten inklusiven Grundhaltung (oder auch ‚nur‘ von Bildungsgerechtigkeit) einerseits und der Mehrgliedrigkeit und Selektivität des bestehenden (auf eine meritokratische Gesellschaftsordnung ausgerichteten) Schulsystems – andererseits – ergeben. Unterschiede zwischen den Schulleiter*innen dokumentieren sich u.a. im Wahrnehmen oder sogar Ausbauen von bestehenden Handlungsspielräumen und Gestaltungsmöglichkeiten.

GUK11-Studie „Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Klassenverband – Sichtweisen junger Erwachsener beim Wechsel schulischer Bildungskontexte“

Seit 01.11.15
Leitung: Dr. Sina-Mareen Köhler
Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Dr. Meike Penkwitt, Cornelia Hippmann

Das Projekt „Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Klassenverband“ untersucht aus einer wissenssoziologischen Perspektive die Auseinandersetzung mit Verschiedenheit von jungen Erwachsenen, die sich im Anschluss an die Sekundarstufe I in einen neuen Klassenverband einfinden. Dabei handelt es sich zum einen um Schülerinnen und Schüler in den Bildungsgängen der Sekundarstufe II an Berufskollegs und zum anderen um jene, die die Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen besuchen. Insgesamt stehen 25 Interviews zur Verfügung, die im Rahmen einer Längsschnittstudie mit Lernenden der 11. Klasse erhoben wurden. Aktuell wurden zwei Fälle zur weiteren Rekonstruktion ausgewählt, um die Erfahrung von habitueller Distanz oder Übereinstimmung sowie die Benennung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in ihrer Bedeutung für Prozesse der Vergemeinschaftung oder Abgrenzung im Klassenverband zu untersuchen.

Heterogene Bildungsbiografien und Berufsorientierungsprozesse von Jugendlichen am Berufskolleg


DFG Projekt GZ: KO 4696/1-1; 01.01.14 bis 30.06.15
Leitung: Dr. Sina-Mareen Köhler
Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr. des. Daniel Goldmann
Wissenschaftliche Hilfskräfte: Bettina Zapf, Sabine Bunert

Das DFG-Projekt fokussiert mit einem qualitativen Design die Berufsorientierungsprozesse von Jugendlichen, die einen allgemeinqualifizierenden Bildungsgang eines Berufskollegs besuchen. Diese Bildungsgänge sollen nicht nur zur Auseinandersetzung mit berufsbezogenen Inhalten und Tätigkeiten führen, sondern zudem auch die Erweiterung des im Regelschulsystem erreichten Schulabschlusses ermöglichen. Im Zentrum des Projektes steht die Frage, wie Jugendliche mit heterogenen Bildungsbiografien diese Parallelisierung von Allgemein- und Berufsbildung erfahren und für ihren Berufsorientierungsprozess nutzen. Mithilfe der Rekonstruktion von narrativ biografischen Interviews kann die Relevanz des Berufskollegs im Interdependenzverhältnis zu weiteren Sozialisationsbereichen wie Familie, Peers und Freizeit aufgedeckt werden. Ein integrierter fokussierter Längsschnitt zielt zudem auf die Fassung der Entwicklung von Arbeitseinstellungen und Zukunftsentwürfen. Das Projekt leistet an der Schnittstelle von Jugend-, Berufsbildungs- und Schulforschung seinen Beitrag, indem systematisch der Stellenwert der Erfahrungen am Berufskolleg für den Berufsorientierungsprozess herausgearbeitet wird. Aufgrund der Kontrastierung heterogener Bildungsbiografien von Jugendlichen an teils international kooperierenden Berufskollegs sind ferner wertvolle Hinweise für die Differenzierung und Optimierung der allgemein und berufsbezogenen Bildungsgänge des Übergangssystems zu erwarten.

„Mehr Zeit für schulische Berufsorientierung? - Eine Studie zur Bedeutung der schulischen Berufsorientierung am Übergang Schule/Beruf aus Sicht von Sek I AbsolventInnen“


Seit 2012
Leitung: Dr. Sina-Mareen Köhler

Die Studie betrachtet die Einmündung von Sek I AbsolventInnen im Längsschnitt und erfasst somit die Bedeutung der schulischen Berufsorientierungen ebenfalls diachron. Mittlerweile gibt es viele qualitative Untersuchungen zu den Übergängen nach dem Regelschulabschluss, die aus einer biografietheoretischen Perspektive unter anderem die Motivationskarrieren nachzeichnen (z.B. Stauber/Pohl/Walther 2007), die Relevanz von sozialen Ressourcen betrachten (z.B. Gaupp 2013), verschiedene Mikromechanismen sozialer Ungleichheit mit Fokus auf Risiken und Chancen untersuchen (z.B. Reißig 2010, 2008) oder die Bedeutsamkeit intergenerationaler Transmission fokussieren (z.B. Schittenhelm 2006). Zudem gibt es zahlreiche Bestandsaufnahmen und Begleitstudien zur schulischen Berufsorientierung, die auch die Perspektive der Schülerinnen und Schüler miteinbeziehen (z.B. Rahn/Brüggemann/Hartkopf 2001; Wensierski/Schützler/Schütt 2005). Allerdings gibt es bisher nur vereinzelt Studien, die sich mit der Bedeutung der schulischen Berufsorientierung im Berufsorientierungs- und Übergangsprozess im Verhältnis zu der gesamten biografischen Erfahrungs- und Erlebnisaufschichtungen auseinandersetzen. Dadurch kann aufgezeigt werden, ob die mit den jeweiligen Aktivitäten anvisierten Lern- und Bildungsprozesse erfolgen und inwiefern diese für den Übergang relevant sind. Dementsprechend werden die jungen Erwachsenen nicht nur als Schülerinnen und Schüler oder Adressaten einer pädagogischen Praxis in den Blick genommen, sondern als Personen, die mit lebensphasentypischen Herausforderungen konfrontiert werden. Mit dieser Arbeit soll also ein Anschluss an Forschungslinien der Jugendforschung einerseits und der Schulforschung andererseits erfolgen.