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Aachener Abendgespräche zur schulischen Inklusion - Wintersemester 2019/2020

„Zur sozialen Situation von Kindern und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung – didaktische Fragestellungen“

Prof. Dr. Kerstin Ziemen (Universität zu Köln)

Dienstag, 5. November 2019, 18:30-20:00 h

Im Vortrag wird der Begriff „geistige Behinderung“ in seiner Vielschichtigkeit und Problematik thematisiert. „Geistige Behinderung“ als relationales Phänomen und soziale bzw. gesellschaftliche Konstruktion setzt sich in der Fachdebatte mehr und mehr durch. Dennoch sind Bilder, Vorstellungen und Konstruktionen von „geistiger Behinderung“ zumeist negativ konnotiert. Die Veränderungen der sozialen Situation in Familien mit Kindern mit geistiger Behinderung haben gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. In schulischen Kontexten werden Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung/mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung vor allem an Schulen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung unterrichtet. Die Didaktik in inklusiven Kontexten stellt Lehrpersonen vor große Herausforderungen. Die innere Differenzierung von Unterricht unter Berücksichtigung verschiedener Aneignungsebenen und führenden Tätigkeiten stellt eine notwendige didaktische Konsequenz dar.

Prof.`in Dr. Kerstin Ziemen; Studium der Behindertenpädagogik, Psychologie, Pädagogik; seit 2007 Professur „Pädagogik und Didaktik von Menschen mit geistiger Behinderung“ an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln; Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: soziale Situation von Familien mit Kindern mit geistiger Behinderung; Inklusion und Didaktik; Schul- und Unterrichtsentwicklung; rehistorisierende Diagnostik; Transitionen; inklusive Hochschule; Kategorialanalysen.

„Inklusion von SchülerInnen im Autismusspektrum“

Hans Albert Ohnesorge, Dr. Marie Theis (Amos Comenius Schule Aachen)

Dienstag, 19. November 2019, 18:30-20:00 h

Im Vortrag zur Inklusion von Schülerinnen und Schülern im Autismusspektrum werden sowohl wissenschaftliche, institutionelle als auch vertiefend praktische Erfahrungen und Umsetzungen vorgestellt. Angesprochen werden methodische, didaktische und organisatorische Schwerpunkte, die unter Berücksichtigung des Schülerbildes umgesetzt werden können. Neben der Zuwendung und Erfahrung im Umgang mit Schülerinnen und Schülern in einer gymnasialen Beschulung bleibt immer die Bereitschaft zur Flexibilität, zu situativen Lösungsversuchen ein bestimmendes pädagogisches Moment.

Hans-Albert Ohnesorge wurde am 05.02.1951 in Solingen geboren. Nach dem Studium der Mathematik und Biologie für das Lehramt in Aachen arbeitete er zunächst in verantwortlichen Managementbereichen national und international, zuletzt als Vorstand eines schweizerischen Dienstleistungsunternehmens. Er ist seit 1991 mit Jessica Ohnesorge verheiratet. Aus dieser Ehe gehen vier Kinder, zwei Jungen und zwei Mädchen hervor. Zusammen gründeten die Eheleute 1999 die Amos Comenius Schule.

Dr. Marie Theis; Studium für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen in Bonn und Berlin (1964 – 1966). Nach 8-jähriger Berufstätigkeit erfolgten Auslandsaufenthalte in Algerien und der Türkei. Das Engagement verlagerte sich auf die Familie mit drei Kindern. Nach einem Aufbaustudium in den Fächern Pädagogik, Soziologie und politische Wissenschaft an der RWTH Aachen erfolgte die Promotion zum Dr. phil. im Jahr 2001. Die Lehrtätigkeit an der Amos Comenius Schule wurde 2001 mit den Fächern Deutsch, Religion und Geschichte aufgenommen. Als besonderer pädagogischer Schwerpunkt entwickelte sich der Umgang mit Schülerinnen und Schülern im Autismusspektrum.

„Deaf Peadagogics: Verstehen und Begreifen“

Dr. Klaudia Grote, Bastian Staudt, Horst Sieprath (SignGes, Zentrum für Gebärdensprache und Gestik, RWTH Aachen)

Dienstag, 3. Dezember 2019, 18:30-20:00 h

In diesem Vortrag wird zu Beginn ein kurzer Rückblick auf den ersten Vortrag „Deaf Pedagogics: Herausforderungen und Wege (Deaf_Grundlagen)“ gegeben. Nach einem Exkurs in die Deaf History wird aus inklusiv-denkender, ressourcenorientierter Sicht das DeafGain-Konzept (Profitieren durch das Verwenden der Gebärdensprache und DeafCognition) nochmals vertieft betrachtet. In dem Kontext werden bekannte, taube Persönlichkeiten vorgestellt, die Bedeutung der Raumnutzung in der Gebärdensprache (SignCreative) erläutert und ein Einblick in die DeafArt (DeafMusik, Gehörlosetheater, Deaf Slam, …) gegeben. Abschließend wird Bezug zum schulischen Kontext durch das Aufzeigen möglicher Unterrichtsmodule zu den besprochenen Themen genommen.

Dr. Klaudia Grote ist Diplom-Psychologin und seit 2013 wissenschaftliche Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums für Gebärdensprache und Gestik (SignGes) an der RWTH Aachen. Sie ist aktuell verantwortlich für verschiedene Drittmittelprojekte und Forschungsstudien in den Bereichen Gebärdensprachdidaktik, -linguistik und -kultur.

Horst Sieprath war freier Mitarbeiter im Zentrum für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser an der Universität Hamburg (1990-1991), Lektor für Deutsche Gebärdensprache am Germanistischen Institut der RWTH Aachen University (1991 – 2018) und ist seit 2019 Mitarbeiter im Kompetenzzentrum für Gebärdensprache und Gestik der RWTH Aachen. Außerdem war er in der Lehre in der Lehranstalt für Logopäden im Uniklinikum Aachen (1991-2001) und Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 'Medien und kulturelle Kommunikation' (SFB-FB 427) an der Universität zu Köln (1999-2013). Seine Forschungsbereiche sind Deaf Gain und Deaf Pedagogics. Er hat den Lehrpreis der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen (2016) erhalten.

Bastian Staudt absolvierte von 2003 – 2007 das Studium der Sonderpädagogik an der Universität zu Köln (I. Staatsexamen) und verbrachte sein Referendariat (2008 – 2010) an der LVR-David-Hirsch-Schule in Aachen (II. Staatsexamen). Seit 2010 ist er als Lehrer an der LVR-David-Hirsch-Schule für Schüler*innen, die in Gebärden- und Lautsprache kommunizieren und lernen, tätig. 2015 – 2017 absolvierte er das Studium ‚Gebärdensprachdolmetschen‘ an der Hochschule Fresenius in Idstein (Master of Arts). Seit 2018 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am SignGes Kompetenzzentrum für Gebärdensprache und Gestik (Forschungsbereich: Deaf Pedagogics) tätig.

Veranstaltungsort:
RWTH Aachen
HKW 2, Hörsaalgebäude HKW (‚Toaster‘)
Wüllnerstraße 1

Die Organisation der Abendgespräche erfolgt durch das Lehr- und Forschungsgebiet Heterogenität (Prof. Dr. Sina Köhler) am Institut für Erziehungswissenschaft der RWTH Aachen.

 

Workshops zur Berufsorientierung - Wintersemester 2019/2020

Der Karriere- und Praxisservice der Philosophischen Fakultät bietet den Studierenden auch im anstehenden Wintersemester eine Reihe von Workshops zur Berufsoriertierung an, in denen man praxisorientiert und im Kontakt mit Referentinnen und Referenten aus der Berufspraxis in verschiedene Berufs- und Themenfelder schnuppern kann. Angesprochen sind alle Studierenden der Fakultät.

Wege in den Journalismus
mit: Christoph Classen (IHK Aachen), Dr. Robert Flader (RWTH Aachen, IPW)
Mi, 20.11.19, 10-17 Uhr

Personalentwicklung
mit: Heike Kemper (Referentin für Personalentwicklung, AOK)
Do, 28.11.19, 09-16 Uhr

Verlag und Lektorat
mit: Ingrid Schindler (Verlegerin und Kulturveranstalterin)
Fr, 06.12.19, 10-17 Uhr

Kulturjournalismus
mit: Ingrid Schindler (Verlegerin und Kulturveranstalterin)
Mi, 22.01.20, 10-17 Uhr

Berufsperspektiven vor dem Hintergrund persönlicher Profile
mit: Christiane Neugebauer-Weisheit (Beraterin, Bundesagentur für Arbeit), Rainer Seidel (Laufbahnberater)
Mi, 04.03.20 und Fr, 06.03.20, 09-16 Uhr

Selfpublishing – Prozesse und Strategien
mit: Ingrid Schindler (Verlegerin und Kulturveranstalterin)
Do, 12.03.20, 10-17 Uhr

Verlag und Lektorat
mit: Ingrid Schindler (Verlegerin und Kulturveranstalterin)
Do, 19.03.20, 10-17 Uhr

Praxisorientiert. Kleine Gruppen.
Anmeldung und Infos: per Mail an praxis@fb7.rwth-aachen.de

Das komplette Programm und weitere Infos gibt es hier.

 

LeBiAC

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Gemeinsam verschieden sein in einer digitalen Welt– Lehrerbildung an der RWTH Aachen (LeBiAC)“ wird im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01JA1813 gefördert.